Leben in St. Thomas

 

(28.2.09 / ch) Es ist Samstagabend, gerade sind wir von der ältesten (eindeutig) Hippie-Bar der Insel, dem Lattitute 18 zurückgekommen, wo eine krasse Country-Fiedel-Band gespielt hat. Nun sitzen wir mit Scubadu Joe im Cockpit seines Bootes, trinken noch einen Schluck Rum

 

(davon haben wir ja noch genug – wir haben in St. Croix als Dank für unsere Hilfe ein Kiste mit zwölf Flaschen Aged Cruzan Rum bekommen ((allerdings muss man dazu sagen, dass Rum hier das wirklich einzig günstige ist, unsere „Währung“ ist also nicht hart ,-)) und hören seine Lebensgeschichte. Wir haben heute bestimmt schon fünf weitere gehört und die sind alle nicht kurz gewesen. Denn fast alle Leute, die wir hier treffen, sind altersmäßig unseren Eltern näher und haben soviel Professionen gehabt wie wir Semester an der Uni waren. Und nun sind sie irgendwie hier gestrandet, arbeiten auf Booten oder haben ihr eigenes Boot und trinken ziemlich viel Bier im Molly Molones, dem wichtigsten Treffpunkt am hiesigen Ende der Insel.Wir haben eine gute Zeit und alle erfreuen sich an unseren Plänen und würden wahrscheinlich gerne am liebsten selber diese Reise mitmachen. Aber in den letzten Tagen haben wir nur Menschen um uns herum gehabt, die eben altersmäßig doppelt so alt sind. Überhaupt sind hier eigentlich alle Leute eher nicht in unserem Alter. Das ist gewöhnungsbedürftig hat aber auch den Vorteil, dass wir auch hin und wieder eingeladen werden. Wie nun eben von Joe, der gerade keine Chartergäste hat und wir deshalb auf seinem großzügigen Katamaran schlafen dürfen.Die letzten vier Nächte haben wir auf der Forever Young übernachtet und dafür das Dinghi geschruppt und allen Rost vom Boot entfernt und den Stahl poliert. Heute hatten wir keine „Aufgabe“, denn die nächsten Tage sind verhältnismäßig gut organisiert und so haben wir uns entschlossen einen halben Strandtag einzulegen. Bis wir dann allerdings am Strand waren (den Strand, den wir uns ausgesucht hatten, lag einmal ganz auf der anderen Seite der Insel und mit dem Safari-Bus mussten wir erst einmal ganz durch die Hauptstadt an den Touristenströmen der Kreuzfahrtschiffe vorbei) fing es natürlich an zu regnen. Diesmal war der Regen leider nicht nach 5 Minuten vorbei sondern hielt 35 Minuten an, bis wir komplett nass waren. So sind wir zum Safari-Taxi-Bus zurück, sind zurück zur größten Mall auf der Insel, wo ich dann beschloss, mir die Haare schneiden zu lassen. Well, die zwanzig Minuten, die wir in den Laden verbracht haben, waren sehr amüsant, über den Erfolg des Schnitts bin ich mir noch nicht ganz sicher. Immerhin hat mir jemand Professionelles die Haare gewaschen und sie ordentlich durchgekämmt. Was eine Wohltat. Aber kurz sind sie immer noch nicht; schließlich möchte ich doch, dass jeder denkt, wenn wir zurück sind, dass ich gaaaaanz blond bin. 

So weit aus St. Thomas. Morgen früh legen wir noch einen Zwischenstopp im St. Thomas Yacht Club ein (der Club, der auch die Rolex Regatta ausrichtet) und wir dürfen auf einem Boot (IC 24 ist hier die Klasse) die Clubregatta mitsegeln. Danach springen wir schnell auf die Fähre, um nach Tortola zu kommen. Tortola ist ja schon wieder ein neues Land – British Virgin Islands., Das heißt, dass wir die USA verlassen, was für uns natürlich einfach ist mit der Fähre (Registriertes Boot, Visa und so – haben wir darüber berichtet??). Dort treffen wir dann Tom Mullen, mit dem wir schon seit einigen Tagen hin und her mailen und auch nur daher kennen. Er nimmt uns mit auf seiner J 120 nach St. Maarten, wo er die Regatta mitsegelt und wir hoffentlich Wassertaxi fahren.

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