(22.04.09 // ch) Ich gestehe, ich habs vergessen. Es vergessen Bilder von den wirklich großen Booten zu machen, die wir hier in den letzten Tagen gesehen haben.
Was wir in den letzten Monaten an Super- und Megayachten gesehen haben, war schon verdammt beeindruckend. Aber was jetzt hier an alten Megayachten bei der Antigua Classic Week mitgesegelt ist, hat mir wirklich die Sprache verschlagen. Aber das nur vorweg und sehen könnt ihr es ja gerade auch nicht.Seit einer Woche sind wir in Antigua, die Shamrock liegt an einer Mooringboje, ist uns ein gutes Zuhause (wenn auch meistens ohne Strom und Wasser) und wartet darauf, dass der Eigner kommt und die Race Week beginnt, die wir leider nicht mehr erleben werden. Dafür sind wir jetzt aber mal auf echt alten Booten gesegelt. Eigentlich sind wir ja hierher gekommen, um bei der Regattaorganisation mitzuhelfen. Glücklicherweise gab es auch hier einige freiwillige Helfer, so dass wir tagsüber genug Zeit hatten, mitzusegeln und nachmittags und abends bei den Parties unsere Qualitäten als Barleute unter Beweis stellen konnten. Eigentlich wollten wir ja mal gar nicht segeln wenn wir nicht gerade aushelfen müssen sondern uns ein paar Tage um so die Dinge kümmern, die noch in der Karibik zu tun sind, wie an den Strand gehen, die Insel angucken, Mitbringsel kaufen, die Shamrock in Schuss bringen, Blog schreiben. Daraus ist nichts geworden! Die ersten zwei Tage der viertägigen Regatta waren wir auf dem wohl langsamsten und fast ältesten Boot des 60 Yachten starken Felds. Leenan Head, ein irischer Fischerkutter von 1906, gesegelt von einem französischen Skipper mit Freundin und seiner elfjährigen Tochter. Alle Fallen und Schoten waren aus Hanftauen, um das Großsegel zu setzen, waren immer zwei starke Jungs von Nöten und das Ruder wurde über Taue umgesetzt, sonst hätte man es nicht halten können. Obwohl wir nie den ganzen Kurs geschafft haben, waren wir den ganzen Tag unterwegs. Rennmässig war das Boot also eher enttäuschend aber was den back to the old days Faktor anbelangt, war es eine großartige Erfahrung. Und unsere Mannschaft, bunt zusammengewürfelt, hatte auf jeden Fall ziemlich viel Spaß.
Nachdem Thomas dann aber wieder Schmacht nach schnell segeln hatte, haben wir uns dann wieder nach einem neuen Boot umgeguckt. Am letzten Tag sind wir dann auf der Mistral mitgefahren. Phantastisch. Das Boot gehört jetzt einem Deutschen, der es vor 10 Jahren aufgekauft hat, um dann festzustellen, dass das Boot unter der Farbe total rottig war, um es dann zweimal für je zwei Jahre in die Werft zu geben. Auf jeden Fall ist das Boot jetzt super in Schuß und das Segeln darauf großartig. Wer hat schon mal was von Segeln namens Jumbo, Fisherman und Golly Wopper gehört?? Aber guckt Euch einfach mehr über das Boot unter diesem Link an. http://www.yachtbild.de/Mistral.pdf
Gestern waren wir dann noch ein paar Stunden auf der Peter von Seestermuehe (die wir auch auf den Azoren wiedertreffen werden)(http://www.peter-von-seestermuehe.de, bevor wir heute die Shamrock an ihren Eigner übergeben und uns auf dem nächsten Boot nach St. Maarten aufmachen.
Hier in Antigua hat ja nun auch die Race Week begonnen, viele schnittige Racer liegen nun statt der schönen, alten Boote am Steg und die nächsten Freiwilligen haben mit ihrer Arbeit begonnen.
Bye bye Antigua, leider haben wir nur einen deiner 365 Strände gesehen aber die Regatta mit ihren Parties und den vielen alten Bekannten war großartig und wir kommen wieder.