Immer wieder eine Herausforderung

(03.02.09 / ch) Eigentlich wollten wir jetzt gerade schon irgendwo zwischen Tortola und St. Maarten sein – aber es kommt ja immer anders als man denkt. Gestern sind wir um vier Uhr nach der Regatta im Yacht Club von St. Thomas in Tortola mit der Fähre angekommen.

 

Der Zollbeamte hat sich unsere 9 Flaschen Rum angeguckt und uns ziehen lassen, mit einem Safari Taxi sind wir dann nach Nanny Cay gefahren, wo die Shamrock liegt. Hier haben wir dann mit zwei anderen darauf gewartet, dass noch weitere Personen mit der nächsten Fähre kommen. Der Plan war, mit fünf Leuten auf dem Segelboot und vier Leuten auf dem Mutterschiff (einem bestimmt 40 Fuss Motorboot) in die nächstgelegene Bucht zu motoren, dort die Nacht zu verbringen und dann im Morgengrauen den Trip nach St. Maarten  zu starten. Im Dunkeln sind wir mit Vollspeed hinter der MY SLAINTE hinterher gedonnert. Drei Meilen nach der Hafenausfahrt, war ich dann mal zufällig auf dem Klo. Unten sah ich dann Rauch aus unter dem Abwaschbecken steigen. Erste Reaktion: Es brennt. Zum Glück war es nicht so schlimm aber doch ärgerlich genug, die Maschine hatte überhitzt. Ok, fünf Leute mitten auf dem Meer, im Dunkeln auf einem fremden Boot. Was zu tun? Nach kurzer Konfusion hat dann Thomas das Ruder in die Hand genommen. Mit der Genua sind wir dann in den Hafen zurück gesegelt, haben an einer Mooringboje festgemacht und geguckt, was mit dem Motor los ist. So einen richtigen Clue hatten wir nicht, haben dann auch immer noch über Funk mit dem Mutterschiff abgestimmt was wir tun und nach eineinhalb Stunden dachten wir das Problem wäre gelöst! Also sind wir wieder los gedonnert, direkt hinter der Hafenausfahrt überhitzt der Motor natürlich wieder. Same, same but different. Also eine Stunde später sind wir wieder im gleichen Hafen, dockt an das Mutterschiff und irgendwann nach Mitternacht und ein paar Chips sind wir im Bett. Der Techniker ist für den nächsten Morgen bestellt, kommt natürlich später als bestellt aber kann das Problem immerhin innerhalb von einer Stunde lösen. Gegen 11 Uhr sind wir dann endlich soweit, um Auslaufen und den 14 Stunden Trip nach St. Maarten anzutreten. Leider nichts mit Segeln. Mhhm. Also, 14 Stunden unter Motor, gegen den Wind, vielen Wellen und einem ordentlichen Schauer am Ende kommen wir irgendwann in Marigot, dem französischen Hafen von St. Maarten an. Großartig. Tom und ich hatten uns so auf eine schöne Überführung gefreut, und nichts da. Volle Dröhnung und dazu noch nicht mal was richtiges zum Essen denn leider haben wir nur Müsliriegel und Kekse an Bord. Es gibt also Tage, an denen eis einfach gar keinen Spaß macht, auf See zu sein! 

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