Friday Night Fever – Jump up

(31.1.09 //ch) Gestern war Freitag, ein großartiger Tag. Nicht nur, dass wir den ersten Anruf auf unseren Looking-for-Crew-Zettel am schwarzen Brett im Yachthafen bekommen haben sondern viel wichtiger, heute Abend ist Party. Was haben Tom und ich sonst so an einem Freitagabend gemacht?

 

Meistens war es schon dunkel bis Tom aus dem Süden angeflogen kam aber dann sind wir eins ums andere Mal in unsere Stammkneipe, ins Pony gegangen. Haben auf den Stufen gesessen, dem Fashionwalk Alte Schönhauser zugeguckt, Becks getrunken und uns von den Erlebnissen der Woche erzählt. Gestern haben wir den Abend an der Happy Bar eingeläutet. Kurz bevor es dunkel wurde (hier wird es ja schon immer um 18 Uhr stockfinster), haben wir dort die Logenplätze an der Bar eingenommen, die auch gleichzeitig noch die Hafeneinfahrt überblicken. So kann man super zugucken, welche Yachten und Dingies in die Marina einfahren. Und das sind nicht wenig. Im Hafen sind immer noch viele Boote, die mit dem ARC (Atlantic Ralley for Cruisers) im Dezember hier angekommen sind. Und auch in der Rodney Bay ankern einige Boote, die auf Tagesreise vorbei kommen oder die hier länger auf die Rückkehr ihrer Eigner warten. Mit einem Piton (das einheimische Bier, benannt nach den zwei größten und wichtigsten Bergen auf der Insel), welches hervorragend schmeckt und an Bar als 2“4“1 – also zwei für den Preis von einem – verkauft wird. Na gut, dafür kostet das eine dann mehr aber es bleibt bei dem üblichen Kneipenpreis von 4 EC (sprich „easy“ = East Caribbean Dollar). Das ist ein bisschen mehr als 1 Euro. So sitzen wir also da, bis es dunkel ist und der Strom der Dingies nachlässt und es nichts mehr zu gucken gibt. Mit einem der letzten Boote setzen wir die 10 m über auf die andere Buchtseite, wo direkt Gros Islet (sprich gros-y-lait) und unsere Hostel liegen. Nach einer Dusche und noch einer netten Unterhaltung mit Joan, unserer Vermieterin, geht es wieder auf die Straße zum Ereignis, für das Gros Islet in allen Reiseführern steht: dem Jump Up. Die wenigen Straßen, die dieser Stadtteil hat, haben sich innerhalb weniger Stunden komplett verwandelt: an der Kreuzung vor unserer Herberge ist ein DJ-Pult mit turmhohen Boxen aufgebaut, viele Häuser, die gestern noch wie geschlossen oder zum Abbruch bereit aussahen, haben auf einmal geöffnet und bieten Chicken Roti an und überall gibt es kleine Straßenstände mit Riesen-Kühlboxen aus denen Piton, Heineken, Guiness (ist hier gerade total hip) oder eben Rumpunsch verkauft wird. Die Straßen sind voll mit schwarzen Anwohnern und weißen Touristen. Und ebenso ist die Musik. Gegen 21 Uhr beginnt der DJ mit den üblichen Dancefloor-Klassikern, zu denen wir Touristen unsere Hüften schwingen können. Je später der Abend, umso mehr wechselt die Musik in Richtung Raggea-Rastafarian-Beat (Socca), der eh zu schnell ist, als das wir unsere Hüften dazu swingen könnten. Die Kreuzung wird von der einheimischen Jugend und ein paar betrunkenen, jungen Yachties übernommen. Irgendwann müssen wir das Tanzen aufgeben und auch unser Budget ist bereits komplett in Piton und Rumpunsch angelegt. So beobachten wir das Ende der Partie in Ruhe von unserem Zimmer. Ach, tanzen unter freiem Himmel ist schon echter Wahnsinn.

jump up kreuzung partyfever

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.