Welcome to America

(19.2.09 / ch) Nun sind wir doch in Amerika. Gestern waren wir sogar schon am östlichsten Punkt des Staates, des ganzen riesigen Landes, in Udall. Dieser Punkt ist mit einem ordentlichen Monument versehen, wie es sich für solche Punkte gehört.

Also, wir sind seit vorgestern in St. Croix, US Virgin Islands. Hier findet die 16th Annual International St. Croix Regatta statt, die erste Regatta bei der wir helfen werden. Wir sind mit einem Miniatur Flugzeug von St. Maarten in 35 Minuten hierher geflogen und dürften ohne wesentlich dumme Fragen einreisen (hatten uns auch gut vorbereitet und online einen Visa Waiver ausgefüllt, den wir dann im Flughafen noch zwei Mal ausfüllen mussten). Als erstes sind wir in das Büro von Julie, unserer Kontaktperson zur Regatta, gefahren in der großen Hoffnung, dass sie uns einen billigen Schlafplatz anbietet. Leider war dem nicht so, so haben wir uns mal wieder, wie wir es ja schon kennen auf die Suche nach einer billigen Unterkunft gemacht. Aber nix zu machen, die Staaten sind wahnsinnig teuer und es gibt noch nicht mal ein Hostel oder ähnliches. Obwohl diverse freundliche Menschen dies behaupteten. Freundlich sind alle, nur nicht wirklich hilfsbereit. Der beste Beweis: wir traben mit unserem Stadtplan verschwitzt durch die hügeligen Straßen des wirklich süßen und bunten Städtchen Christiansted und ein Wagen hält neben uns an, was wir denn suchen? Ein B&B, ja, das wäre wohl links rum die Straße hoch. Wum, der Typ ist in seinem dicken Schlitten abgerauscht obwohl es nur gute 300 m Umweg für ihn wären. Wir traben also weiter, machen zwischendurch noch mal einen Abstecher zu einen merkwürdig aussehenden Haus und zurück auf dem eigentlichen Weg passiert uns der Typ wieder: er wollen nur mal sehen, ob wir unseren Weg gefunden hätten, schließlich wäre das ja hier nicht die sicherste Gegend. Aber uns mal eben den Berg hochzufahren, fällt ihm natürlich nicht ein.Nun gut, wir haben dann doch ein Hotel gefunden – ein sehr schickes und feudales. Und es war großartig nach 16 Tagen in einer Minikoje mal wieder in einem Kingsize Bett zu schlafen und stundenlang zu duschen und einen Kühlschrank ohne schlechtes Gewissen (was den Stromverbrauch anbelangt) laufen zu lassen. Nach dieser entspannten aber teueren Nacht in Christiansted, der Hauptstadt von St. Croix und der Aussicht auf einen Tag quasi Freizeit (die Regattaorganisation braucht uns noch nicht) beschließen wir, ein Auto zu mieten und die Insel zu erkunden. Zum einen können wir so die ganze Insel sehen und haben auch einen einigermaßen günstigen Schlafplatz. Nach kurzer Suche mieten wir irgendein mittelgroßes Auto und machen uns daran den „Heritage Trail“ abzufahren. Wenn man diesem folgt, ist man nach gut 100 Meilen einmal um die Insel gefahren und hat alle wesentlichen Punkte gesehen. Die tolle Nordküste mit Atlantikwellen, den Regenwald im Westen, das verschlafenen Frederiksted, wo alle paar Tage mal ein Kreuzfahrtschiff ankommt, den heißen Süden mit einer der riesigsten Ölraffinerien, die lokale Rumfabrik und schlussendlich den eben östlichsten Punkt von Amerika, Point Udall. Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zum Yachtlclub, dem Grund unserer Reise. Der St. Croix Yacht Club liegt zwar sehr schön in einer großen Bucht aber als wir dort am Mittwoch abend, kurz vor Sonnenuntergang, auftauchen, sind wir doch kurzfristig enttäuscht. Der Yachtclub hat einen Steg, der nicht nur noch vom Hurrikan halb zerstört ist, sondern an dem weniger Boote liegen, als wir Finger zum zählen haben. Nun gut, es gibt einige Mooringbojen und der Club ist sehr schön gelegen mit viel Strand und großer Terrasse und naja, nebendran noch Palmen und was man sich hier in der Karibik so wünscht. Nach zwei Bier an der Bar fahren wir zurück zu dem Punkt, wo wir unser Auto für die Nacht parken wollen, machen uns Sandwiches und mixen einen Gin Tonic und dann dauert es auch nicht mehr lange bis wir schlafen, denn wir haben ja vor, früh morgens zum Sonnenaufgang wach zu sein und diesen live mitzuerleben. Leider macht uns wieder erwarten das Wetter einen Strich durch die Rechnung – es regnet die ganze Nacht und den halben Morgen. Zurück in Christiansted trinken wir den teuersten und schlechtesten Kaffee, auf den ich mich jemals so lange gefreut habe und dann fahren wir mit Joe, dem Mann von Julie (der Regatta Direktorin) wieder raus zum Yachtclub (ca. 20 Min Fahrt von Christiansted entfernt) und lernen Kiomi und Krista kennen, die die praktische Seite der Regatta leiten und uns nicht nur eine sehr nette Unterkunft sondern auch eine Aufgabe organisieren. Nach einigem Rumgebastel und Rumgestehe, lernen wir noch Lee kennen, bevor wir uns auf den Weg zu unserer Gastfamilie machen. Lee war als Coach mit dem deutschen Yngling-Team bei der Olympiade und ist gerade hier, um den Optimisten noch etwas Segeltraining zu geben. Es tut gut, sich mit einer Ausländerin über Berlin zu unterhalten und darüber auszutauschen wie gut das alte Cookies war.

Bei unserer Gastfamilie kommen wir gerade noch rechtzeitig an, bevor Al und Anne sich auf den Weg machen, um Al(bert)s Geburtstag zu feiern. Nach dem die beiden also aus sind, haben wir das Haus für uns, essen was von den Überbleibseln der Sandwiches von unserem Campingausflug und fallen müde aber glücklich schon bald ins Bett. Die nächsten Tage können wir in einem der schönsten weil einfach und am besten gelegensten Häusern wohnen, die ich jemals gesehen habe. Al und Anne sind herzliche Gasteltern, seit 10 Jahren pensioniert und überaus engagiert. Sie sind vor gut 35 Jahren auf die Insel gekommen, haben Ihre 5 Kinder hier groß gezogen und langsam und stätig ein wunderschönes Haus gebaut, was mehrmals vom Hurrikan heimgesucht wurde aber doch jedes Mal der Großteil überlebt hat. (…. more to come)

Und hier ein paar Bilder von unserer Fahrt und dem Landeanflug über die Insel:

stcroix von oben welcome to the us blick vom danish manor sundowern aufm dach

christopher columbus landing drive left heritage trail north shore schotterpiste

inselblick mietauto st croix in voller größe urwald

frederiksted felsen in der brandung point udall millenium monument sonnenuntergang aus auto

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