(08.04.09 / ch +tf) Das Fazit vorweg: diese Regatta hat mir am meisten Spaß gemacht auch wenn wir nur Zweite geworden sind und wir auch nur wieder in der Warmduscher-Klasse (nur Genau und Großsegel also ohne Spinacker) gesegelt sind.
Aber von Anfang an. Nachdem wir tatsächlich in St. Thomas bei der Rolex Regatta Erste in unserer Klasse geworden sind, haben wir am nächsten Tag die Shamrock zurück nach Tortola überführt. Natürlich hatten wir die großartige Idee zusammen mit Zoe, Kathryn (eine Freundin von ihr, die am Tag zuvor zu unserer Crew gestoßen ist) und Jeff nicht einfach nur zurück zu motoren sondern noch einen Badestop einzulegen. Und da der Wind mal wieder so richtig schön war, sind wir in die Bucht gesegelt. Beim Schnorcheln haben wir dann zwei Schildkröten gesehen. Im wieder ein beeindruckender Anblick auch wenn wir immer noch den Satz aus einem Fischlexikon im Kopf haben, dass Meeresschildkröten ihren Kopf nicht einziehen können sondern sich auf ihre Geschwindigkeit verlassen, wenn Fressfeinde angreifen. Nun ist Geschwindigkeit ebenso wie Zeit ja relativ, aber Schildkröten sind nun wirklich nicht schnell ;-). Nach dieser schönen Pause, mussten wir dann noch wieder zum Immigrationsbüro, schließlich hatten wir ja mal wieder Amerika verlassen, um in die Britischen Jungeferninseln einzureisen. Das wir mal wieder nur das Bleiberecht für eine Woche bekamen und darauf gut eine Stunde gewartet haben, ist eine andere Geschichte. Als wir endlich los kamen, ging es so langsam auf den Sonnenuntergang zu. Und wie soll es anders sein – in genau solchen Momenten, wenn man einen schönen Tag hinter sich hat, passiert natürlich auch etwas. Bum, zack, Motor aus. Ohne Vorwarnung und zum Glück diesmal ohne Dampf und Qualm. Nach mehreren erfolglosen Versuchen den Motor wieder anzulassen, setzen wir die Genua und überlegten was zu tun war. Nach unseren Erfahrungen vom letzten Motorschaden, schien uns, dass ein größeres Desaster auszuschließen war. Unsere Vermutung war, dass etwas in die Schiffsschraube gekommen war und sie sich einfach nicht mehr bewegen konnte, sobald man Gas gab. Um zu Tauchen und dies zu überprüfen, schien es uns aber schon zu dunkel und zu wellig mitten im Sir Francis Drake Kanal. So entschieden wir uns, auch noch das Großsegel zu setzen und zurück zu segeln. Per Funk versuchten wir dann erst das Mutterschiff und nach dem wir von diesem keine Antwort erhielten, da sie gerade beim Skippersmeeting waren, die Marina, das Marinarestaurant und andere Boote in der Marina zu erreichen. Keine Antwort. Mittlerweile waren wir schon in der Nähe der Marina und beschlossen uns selbst zu helfen. Wir nahmen das Dinghi längsseits, Jeff am Steuer. Unter halbem Vorsegel näherten wir uns dann der Marina. In der Hafeneinfahrt rollten wir das Vorsegel komplett weg und mit der Kraft des Dinghis ließen wir uns dann zum erstbesten Steg ziehen, um mit einem sauberen Anlegemanöver vor den Augen des Eigners das Boot sicher festzumachen. Während wir Mädels uns in der Marinabar erstmal einen Painkiller genehmigten, musste sich der arme Thomas erstmal von Tom anhören, was wir alles hätten anders machen können. Jaja, hätte, könnte, wäre, wollte!Am nächsten Morgen war dann schnell klar, warum der Motor nicht mehr ging: ein fettes Fischertau hatte sich in der Schraube verfangen. Einen Taugang im Hafenbecken später war wieder alles frei und wir startklar für die Regatta, die wenig später los ging.
Aber davon später mehr